Archiv für den Monat September 2012

Ist der „Freitag“ ein “antisemitisches Drecksblatt”?

Henryk Broder hat viele Bücher über das deutsch-jüdische Verhältnis und über Judenfeindlichkeit sowie  Antiamerikanismus in der deutschen Gesellschaft geschrieben. Bereits 1986 schrieb Broder das Buch „Der ewige Antisemit“, in dem er sich mit dem antizionistischen Antisemitismus in Deutschland beschäftigt: „Linke Antisemiten, die ihren Marx gelesen haben, können Juden nicht leiden, weil sie Kapitalisten, Ausbeuter und Unternehmer sind. Rechte Antisemiten, die sich auf Dühring, Stoecker oder Marr berufen, hassen Juden, weil sie Revolutionäre, Sozialisten und Skeptiker sind, Träger des zersetzenden Geistes, eine Gefahr für das Abendland, die Moral und das freie Unternehmertum. Gläubige Menschen mögen Juden nicht, weil viele Juden Ketzer und überzeugte Atheisten sind. Freigeister nehmen es den Juden übel, dass sie immer noch an ihrem alten Glauben festhalten. Feministinnen, die keine Zeile von Thomas von Aquin oder Franz von Assisi gelesen haben, sind über die notorische Frauenfeindlichkeit des Judentums voll im Bilde. Tierschützer und Vegetarier regen sich über das koschere Schächten der Tiere auf. Internationalisten machen Juden den Vorwurf, dass sie einen eigenen Staat gegründet haben, und Nationalisten bemängeln, dass noch nicht alle Juden geschlossen hingezogen sind. So sucht sich ein jeder aus, was ihm gerade passt, um seine Leidenschaft zu befriedigen. Egal worum es geht: Der Jud’ ist schuld!“ Neben den vielen Preisen die Henryk Broder bekam, hielt er bei  einer öffentlichen Anhörung des Innenausschusses des Deutschen Bundestages zum Thema Kampf gegen Antisemitismus eine vielbeachtete Rede.

Über Jakob Augstein, den Verleger des „Freitags“ schrieb  der Börne-Preisträger am 18.9.2012 in „Ein lupenreiner Antisemit, eine antisemitische Dreckschleuder“:

„Ich habe an dieser Stelle vor einigen Tagen über den Herausgeber des “Freitag”, Jakob Augstein, geschrieben, er sei ein “Salon-Antisemit”. Nun muss ich mich korrigieren. Jakob Augstein ist kein Salon-Antisemit, er ist ein lupenreiner Antisemit, eine antisemitische Dreckschleuder, ein Überzeugungstäter, der nur Dank der Gnade der späten Geburt um die Gelegenheit gekommen ist, im Reichssicherheitshauptamt Karriere zu machen. Das Zeug dazu hätte er.“

Jakob Augstein stellte in seiner SPON-Kolumne die Frage nach dem „Cui bono?” der Krawalle in den islamischen Ländern und beantwortet seine Frage mit den US-Republikanern und der israelischen Regierung. In einer anderen SPON-Kolumne brachte er die Nicht–Rettung von Schlecker direkt mit deutschen Rüstungsgeschäften mit Israel in Verbindung und zuvor bezeichnete er den Satz von Grass, “Die Atommacht Israel gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden”, als richtig.

Jakob Augstein hat im Jahre 2008 die Wochenzeitung „derFreitag“ gekauft, infolgedessen den Online- und Print-Freitag mit einer sogenannten Community verknüpft. In tausenden Artikeln, Blogs und Kommentaren wird im „Freitag“ seitdem  gegen Israel gehetzt. Über diesen „Freitag“ schreibt Henryk Broder am 19.9.2012 in seinem Artikel „Wie der Herr, so das Gescherr“:

Jakob Augstein ist nicht nur ein lupenreiner Antisemit und eine antisemitische Dreckschleuder, er ist auch Verleger eines antisemitischen Drecksblattes, das aus der Konkursmasse der DDR übrig geblieben ist. Die Redaktion legt großen Wert auf die Interaktion mit der Leserschaft, was in der Praxis bedeutet, dass jeder Psychopath das Wort erteilt bekommt, ein Georg von Grote zum Beispiel, den sogar Augstein für einen Antisemiten hält, der den Juden den Holocaust nicht verzeihen kann, oder ein pseudonymer Schmierlappen, der unter dem Nome de guerre TomGard seine judenpolitischen Expertisen verbreitet. Die lesen sich so:

Kurzum: die Zionisten haben der judaisierten israelischen Bevölkerung nichts mehr zu bieten, außer fortgesetzten Lasten! Die zunehmend offene Korruption ihrer Eliten ist nur ein Symptom davon. Der Wahlsieg der Hardliner war ein gerade noch eben gelungener Solidarisierungseffekt, mit dem sich die Bevölkerung noch ein wenig über die eingetretene Stasis belog. Hinzu kommt, daß die alte Generation der Schlächter im biblischen Gewand ausstirbt, ebenso wie die Gründergeneration mit europäischem Verfolgungshintergrund. Auch deren Kinder werden langsam alt!

Eine sehr eindeutige Rolle in diesem Verhältnis spielt die erhebliche ökonomische und politische Macht, welche der sich jüdisch definierende Teil der herrschenden Klasse in den USA und ihm nahestehende Kreise auf sich versammeln, eine Macht, die sich urspünglich sowohl aus der europäischen Vertreibungsgeschichte nährte, wie aus weltbürgerlichen Traditionen eines Teils der Diaspora-Juden selbst.

… daß die palästinensischen Bevölkerung im israelischen Apartheitsstaat in eine auswegslos desperate Lage gebracht wurde, in der es zu dumpfem, international alimentiertem Dahinvegetieren mit Ausbrüchen selbstmörderischer Gewalttätigkeit keine Alternative gibt. Die Lage wurde von zionistischen Schlächtern absichtsvoll und systematisch herbei geführt, viele von ihnen haben sich dazu bekannt. Die Errichtung des KZ Gaza zementierte diese Lage noch einmal, weil sie die palästinensischen Bevölkerungsteile gegeneinander stellt, der “Feldzug” gegen die Insassen erübrigte nebenher alle oben zitierten Bekenntnisse. … nur besteht der alternativlose Gewalteinsatz in der Entwaffnung der zionistischen Militärs und Zerschlagung der logistischen Verwurzelung ihrer Macht in der israelischen Ökonomie.

 Die Eingeborenen und ihre Nachkommen, deren Lebensumstände der jüdischen Landnahme und israelischen Staatsgründung zum Opfer gebracht wurden – und zigtausende von ihnen dafür geschlachtet – kommen in der Klage als Bewährungsprobe, ja sogar “Bewährungshelfer” für eine “Aufgabe” vor, die selbst der Auftraggeber, der deutsche Patriot nämlich, nur halluziniert und diese Halluzination projiziert: Eine “Besserung” einer im Falle Deutschlands militärisch vernichtend geschlagenen Form des Patriotismus. Zweitens zynisch gegenüber der Mehrheit der israelischen Bevölkerung, deren Vorfahren zum Menschenmaterial und zur Manövriermasse des Zionismus nebst weltpolitischer Kalküle einiger verbündeter Drittmächte verlockt, eingekauft und nicht selten unter tödlichen Drohungen deportiert wurden. Diese Nachkommen sind nun ebenfalls, und unter teils strengeren Bedingungen, Insassen ihres militärisch bewachten und umstellten Volksgefängnisses, so wie die Klageführenden es in ihrem Ländle auch sind, dies jedoch unter keinen Umständen wahr haben wollen, sondern lieber Aufträge verteilen, an denen sie sich moralisch für die Lasten zu entschädigen, die ihnen die eigne Insassenschaft einträgt…

So was würde nicht einmal die Nationalzeitung drucken, aber Augstein und dem Freitag kommts grad recht. Verquastes, blödes, pseudointellektuelles Geschwätz eines Judenhassers, dem das Messer in der Tasche aufgeht, wenn er sich ans Schreiben macht.  (…)

TomGard lag und liegt mit seinen antisemitischen Halluzinationen im Mainstream des „Freitags“, er ist kein Einzelfall, wie tausende „israelkritische“ Kommentare der anderen „Freitags-Avantgardisten“ und der anderen „Unterschätzten Publizisten“ des „Freitags“ belegen. In tausenden Kommentaren dieser Form wurde und wird in der Freitagscommunity gegen Israel agitiert. Widerspruch gegen diesen Antizionismus wird von der Moderation des „Freitags“ kaum geduldet. Wer in dieser Community der antiisraelischen Hetze widerspricht muss, geduldet von der Moderation, mit heftigsten Beleidigungen rechnen oder wird aus der Freitagscommunity ausgeschlossen. Diese Art von Moderation, die ein Jan Jasper Kosok leitet, scheint System zu haben.

Der Antisemitismus von „TomGard“ ist offensichtlich. Dieser „TomGard“ schrieb ungefähr zwei Jahre unbehelligt von der Moderation und unter der Zustimmung und dem Jubel seiner vielen Mitstreiter seine Hasstiraden gegen Israel, bis er sich freiwillig aus der Community zurückzog. In einem privaten „Ablegerblog“ des „Freitags“ halluzinierte kürzlich „TomGard“ unter dem Beifall anderer ehemaliger und aktueller Freitagblogger von im „KZ Gaza vergasten Palästinensern“.

Jakob Augstein gab und gibt „Israelgegnern“, Antizionisten und Antisemiten ein Forum in dem sie trotz Moderation in tausendfacher Weise, zum Teil in volksverhetzender Manier, ihre antisemitischen  Wahnbilder ausleben können. Jakob Augstein ist nicht nur für seine eigenen Artikel gegen Israel verantwortlich, er ist es als Herausgeber des „Freitags“ auch für die „israelkritischen“ Freitag-Artikel von Lutz Herden bis Uri Avnery und er ist mitverantwortlich für die vielen „TomGards“ seiner Freitagscommunity.

In den tausenden Artikeln der Freitagsredaktion und der Freitagscommunity über Israel, den Iran, die Hamas und die Hisbollah ist eine unfassbare und beängstigende Einseitigkeit feststellbar. Während in diesen Artikeln die menschenverachtenden Taten und Reden der Terrororganisationen von Hamas oder Hisbollah, des iranischen Mullah-Regimes ignoriert, verharmlost oder gerechtfertigt werden, wird der Staat Israel dort als die „Wiege des Bösen“ dargestellt und oftmals mit dem nationalsozialistischen Deutschland verglichen.

Insoweit stellen sich die Fragen: Hat Henryk Broder, der Jakob Augstein zudem als „den kleinen Streicher von nebenan bezeichnete„,  mit seiner Wortwahl übertrieben? Hat er überzogen oder ist er näher an der Wahrheit als man zu glauben bereit sein mag? Vor gut zwei Jahren wurde die Frage gestellt, ob der „Freitag“ eine antisemitische Zeitung sei, im Jahre 67 nach Auschwitz verurteilt Henryk Broder den „Freitag“ zu einem „antisemitischen Drecksblatt“.

Henryk Broders „Wachrütteln“ hat Wirkung gezeigt. Die „Freitagsgemeinde“ ist zumindest kurzzeitig verunsichert. Wer kann die Blinden sehend machen um sie endgültig zu überzeugen: Es gibt keinen ehrbaren Antisemitismus!

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http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/wie_der_herr_so_das_gescherr1/

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/ein_lupenreiner_antisemit_eine_antisemitische_dreckschleuder/