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Vom Negev zum Outback

Haus von Ben Gurion

Be’er Sheva als Vorbild? So sieht es Paul Howes, der Vorsitzende der Australian Workers Union, einer der ältesten und größten Gewerkschaften  Australiens. Die Besiedlung und Urbarmachung der südisraelischen Wüste sei eine Leistung, an der sich sein Land bei der Entwicklung der Outback-Region ein Beispiel nehmen sollte.

„Wir haben das Modell dessen, was Israel in der Negev-Wüste und der Stadt Be’er Sheva vollbracht hat“, sagte Howes am Wochenende in einer Rede vor der Israelisch-Australischen Handelskammer in Sydney. „Sie haben gezeigt, wie die Wüste in sachkundigen, wissenschaftlichen Händen erblühen kann. Eine offensichtliche Wüstenregion kann Hunderte neuer, hochqualitativer Jobmöglichkeiten hervorbringen, basierend auf innovativen Technologien, die Exportvorhaben untermauern. Er ist nicht gerade ein Land, wo Milch und Honig fließen, aber der Negev hat sich als raffiniertes Arsenal verwertbarer, gesunder Organismen erweisen – wenn man weiß, wo man hinsehen muss.“

Der Mineralreichtum hat den westaustralischen Outback-Regionen Kimberley und Pilbara in den vergangenen Jahren einen rasanten wirtschaftlichen Boom beschert. Dennoch wohnen dort bislang kaum Menschen; die meisten Arbeiter pendeln mit dem Flugzeug in die heiße, semi-aride Region.

Howes: „Wir müssen die Wüste zum Blühen bringen, und Israel ist das beste Beispiel einer Nation auf der Welt, die das erfolgreich getan hat. Es gibt gegenwärtig eine große Debatte in Australien über die Dezentralisierung der Bevölkerung und einen großen Mangel an Arbeitskräften, vor allem im Nordwest Australiens.“

Der Gewerkschaftsführer ist sich bewusst, dass es auch im Negev nicht nur rosig zugeht, und die Arbeitslosigkeit ein Problem bleibt. Doch meint er: „Der große Unterschied zwischen dem Negev und der australischen Wüste besteht darin, dass letztere unglaublich reich ist und über ein Drittel der weltweiten Erz- und Uranvorkommen verfügt.“ Im Dezember wird Howes als Gast der Einheitsgewerkschaft Histadrut Israel bereisen.

(The Jerusalem Post, 10.08.10)