Die Bandera-Linke

Seit rund dreißig Jahren ist die deutsche Linke gespalten in die antiimperialistische und in die ideologiekritische Linke. Ideologiekritiker kritisieren zurecht den zumeist antisemitischen Antiimperialismus leninistischer Prägung, den israelbezogenen Antisemitismus und den Antiamerikanismus, den Verrat an den freiheitlichen westlichen Werten und die Kumpanei mit dem Islamismus der antiimperialistischen Linken. Antiimperialistische Publikationsorgane sind beispielsweise die Junge Welt, das ND oder im extremen Fall die antizionistische Wochenzeitung „Der Freitag“ oder auch die verschwörungstheoretischen „Nachdenkseiten“. Gewisse Ideologiekritiker gehen andererseits in ihrer Verbundenheit mit den USA soweit sich auf die Seite des kubanischen Massenmörder Fulgencio Batista zu stellen und jede militärische Intervention, jeden Krieg der USA, jeden NATO-Einsatz, wie beispielshalber den Angriffskrieg gegen Jugoslawien bedingungslos zu unterstützen. Bis ins Jahr 2015 las man in der linken Monatszeitschrift Konkret einerseits antiimperialistische und andererseits islamkritische, proisraelische, ideologiekritische Artikel. Spätestens mit der Flüchtlingskrise von 2015 spaltete sich die ideologiekritische, pro-israelische Linke, während die Seite um die „Jungle World“, bei aller Kritik am Islam und aller Solidarität mit Israel, vor allem das Elend der Flüchtlinge thematisierte, blieb die islamische Ideologie, mit den unzähligen islamischen Terroranschlägen in Europa und der Welt für die Bahamas-Gruppe die größte Gefahr für ein friedliches und humanes Zusammenleben. Mit dem Krieg in der Ukraine kam es zu einer Annäherung und so konstituierte sich die sogenannte Bandera-Linke, deren Mitlieder in erster Linie aus dem Umfeld dieser beiden Zeitschriften kommen. Insofern unterscheidet man die Bandera-Linke (B – für Bahamas) und die Bandera-Linke (JW – JW für Jungle World).

Die Bandera-Linke (B) beruft sich größtenteils auf Karl Marx, sie sprechen sich untereinander mit „Genosse“ oder „Genossin“ an und fordern wie die Bandera-Linke (JW) gleichzeitig schwere Offensivwaffen für die Ukraine, die härtesten Sanktionen gegen Russland, sie grüßen sich mit Slava Ukraini (Ruhm der Ukraine), dem faschistischen Gruß der OUN, rekrutieren Freiwillige für den Kampf gegen die „russischen Untermenschen“ und verlangen den Eintritt der NATO in den Krieg gegen Russland. „Wenn der Atomkrieg kommt dann kommt er halt“, so der tollkühnere Teil der Bandera-Linken, die anderen Bandera-Linken erklären: „Wir wissen genau, dass Putin keine Atomwaffen einsetzen wird, weil: Das wäre ja Wahnsinn.“

Am 14.4.2022 veröffentlichte die Jungle World den Artikel „Aber Bandera“ – Die Begleitmusik zum Vernichtungskrieg, von Utz Anhalt. In seinem scheinintellektuellen Pamphlet verharmlost Utz Anhalt einerseits die monströsen Verbrechen des antisemitischen Massenmörders Bandera, sowie den heutigen Bandera-Kult in der Ukraine und halluziniert andererseits von Putins „Vernichtungskrieg“. Meinen Beitrag über die Verbrechen, die Massenmorde der OUN und des Bataillons Nachtigall verortet Utz Anhalt „offensichtlich direkt aus dem Darmausgang der Putinschen Propagandamaschine gezogen“. Damit leugnet Utz Anhalt wie so viele Bandera-Linke Banderas Verantwortung für die antisemitischen Massenmorde seiner westukrainischen Gruppierungen, was weiter nicht verwundert, denn im Dezember 2014 kooperierte Utz Anhalt in SoPos mit dem Journalisten und „Israelkritiker“ Georg von Grote.  Der radikale Israel- und Judenhasser Georg von Grote unterstellte neben vielen weiteren Ungeheuerlichkeiten Israel einen „Vernichtungskrieg“ (27.7.2014) mit „ethnischen Säuberungen“ (31.7.2014), bezeichnete den Zentralrat der Juden als „verbale Killertruppe“ (September 2012) und veröffentlichte in Jakob Augsteins antizionistischem „Freitag“ am 5.4.2012 seine „Nachgedanken“ zum israelfeindlichen Grass-Gedicht, worin er unter anderem schreibt: „Je öfter ich in Israel war, desto unschuldiger fühlte ich mich.“ Da wuchs zusammen was zusammengehört.

So gut wie alle Bandera-Linken haben naturgemäß ein großes Verständnis für den Bandera-Bewunderer Andrij Melnyk, weil dieser sich wie sie über die schleppenden Waffenlieferungen der Deutschen an die Ukraine beschwert. Neben vielen anderen Bandera-Linken postete in Facebook am 9. Mai 2022 ein Vertreter der Bandera-Linken (JW) den Botschafter der Ukraine in dem dieser als ein „Nachfahre der Opfer“ und sein Kontrahent in einer Diskussion, Harald Welzer als „Nachfahre der Täter“ bezeichnet wurde. Ist für Bandera-Linke der Antisemit Bandera, sind die antisemitischen Massenmörder der OUN, sind die Bataillone „Nachtigall“ und „Roland“ auch Opfer? Opfer von wem eigentlich? Wer Proteste von der Bandera-Linken erwartet, wenn der ukrainische Botschafter auf Twitter sein faschistoides Gedankengut, beispielsweise „Alle Russen sind unsere Feinde!“, verbreitet, der irrt, in solchen Fällen schweigen die Bandera-Linken wie die Fische.

Am 16. Mai 2022 postete ein Ukraine-Aktivist aus dem Umfeld und unter dem Jubel der Bandera-Linken (B) in den sozialen Medien eine Person mit einer in den schwarz-roten Farben der OUN gehaltenen Fahne und einem Davidstern. In der Tradition der antisemitischen, jüdischen, holocaustleugnenden Sekte Neturei Karta gibt es offenbar in der Ukraine eine jüdische Sekte die sich positiv auf den antisemitischen Massenmörder Stepan Bandera bezieht, was die Bandera-Linke (B) naturgemäß in Ekstase versetzt.  Eine Babka Yozhka bestätigte das Posting des Bandera-Linken am 17.5.2022 um 14.11 Uhr in folgender Art und Weise: „Bandera persönlich hatte keinen einzigen Juden ermordet, und auch keinen Befehl zum Ermorden der Juden je unterschrieben. Ihn „Massenmörder“ zu nennen ist eine Verleumdung.“ Die Ukrainerin Ekatarina Ackermann verbot sich jede Kritik an ihrem Idol Bandera und setzte etwas weiter unten in diesem Thread einen Lachsmiley zu den Büchern der Holocaustüberlebenden Simon Wiesenthal und Eliyahu Yones über den Holocaust in Lemberg und Galizien. Am 16. Mai 2022 um 16.28 Uhr meinte eine Нонна Кац: „Der Spruch „Zhidobandera“ kam von der russischen Seite, damit wollten die uns beleidigen, aber hat nicht geklappt!! Wir sind alle Zhidobandera wir lieben vom ganzen Herzen unsere Ukraine und wir sind Stolz Zhidobandera zu sein!! Und das kann ihnen jeder ukrainischer Jude sagen!“ Wie die antiimperialistische Linke ihre jüdischen Kronzeugen für die Dämonisierung Israel bedarf, so benötigten die Bandera-Linken ihre jüdischen Kronzeugen für ihre Relativierung oder Leugnung des Holocaust und anderer NS-Verbrechen.

Die Entstehungsgeschichte des Ukraine-Krieges von der NATO-Osterweiterung, dem Assoziationsabkommen, dem Maidan-Umsturz, dem Bandera-Kult bis hin zum Minsker Abkommen ist für die Bandera-Linke kaum ein Thema. Obwohl die NATO-Staaten rund zwanzig Mal so viel als Russland für ihr Militär ausgeben, ist die Bandera-Linke begeistert von der Ankündigung ein Sondervermögen von 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr auszugeben. Für die Bandera-Linke ist Putin Reinkarnation und Synthese von Hitler und Stalin und den Krieg in der Ukraine bezeichnet die im besten Fall unzurechnungsfähige Bandera-Linke als „Genozid“ oder als „Vernichtungskrieg„. Die Doppelstandards der Bandera-Linken sind so offensichtlich wie die ihrer antiimperialistischen Gegner beim Thema Israel.

Die Bandera-Linke bringt es fertig den Imperialismus-Begriff der Antiimperialisten gegen die USA zu kritisieren um ihn bei Russland selbst zu verwenden. Jede Meldung über Kriegsverbrechen aus Kiew wird völlig unkritisch als die absolute Wahrheit und alles was aus Moskau dazu kommt als unfassbare Lüge dargestellt. Bandera-Linke verurteilen zurecht die russische Propaganda, aber Kritik an der Einheitsmeinung in den Medien von ARD bis ZDF, von Maischberger bis Anne Will ist ihnen ein Sakrileg. Die Bandera-Linke verrät für ihre Staatsraison alle ihre Ideale, ihr Opportunismus ist notwendig um sich endlich mit dem Mainstream zu versöhnen. Annalena Baerbock, die in bester deutscher Tradition einen „Diktatfrieden“ mit Russland ablehnt, vor „Kriegsmüdigkeit“ warnt und die Atommacht Russland aus der Krim und dem Donbass vertreiben will, ist die Jeanne d’Arc der Bandera-Linken. Bundeskanzler Scholz wird von der Bandera-Linken verachtet, weil dieser, aus ihrer Sicht, die Waffenlieferungen an die Ukraine vorsätzlich verzögert. In Punkto Geschichtsrevisionismus marschieren die oliv-grüne TAZ Seite an Seite mit der Bandera-Linken. So halluzinierte am 9.5.2022 in der TAZ die russische Dissidentin Julia Latynina, in ihrem Artikel „Putin ist der zweite Stalin“ unter anderen Niederträchtigkeiten: „Die tatsächliche Geschichte des Zweiten Weltkrieges ist, dass Stalin diesen Krieg geplant hatte, der die ganze Welt erfassen und erst enden sollte, wenn auch noch die letzte argentinische Sowjetrepublik ein Teil der UdSSR geworden sein würde. Er hatte diesen Krieg geplant – lange bevor Hitler an die Macht kam.“

Wie sehr die Bandera-Linke im Schoß der deutschen Gesellschaft angekommen ist, belegt beispielshalber die folgende Ungeheuerlichkeit. Am Holocaustgedenktag am 28.4.22 um 20.11 Uhr moderierte Judith Rakers in der Tagesschau den Bericht „Marsch der Lebenden erinnert an den Holocaust“ an:  „… tausende Menschen gingen dabei den Weg von Auschwitz nach Birkenau, zum Ort des größten deutschen NS-Vernichtungslagers. Unter den Teilnehmern waren in diesem Jahr neben mehreren Holocaustüberlebenden auch Flüchtlinge aus der Ukraine.“ Dann der Tagesschau-Sprecher des Berichts: „Vlada hat die ukrainische Fahne mitgebracht. Zu diesem Marsch der Lebenden wurden auch ukrainische Flüchtlinge eingeladen. Der Krieg in ihrer Heimat ist für die 14-jährige Jüdin immer präsent.“ Dann das Mädchen: „Das was in jeder Region in meiner Heimat geschieht ist ein unvorstellbares Grauen. Ich habe mich mit der Geschichte des Holocaust beschäftigt. Der Genozid der damals stattfand und das was jetzt passiert ist doch im Prinzip das gleiche.“ Darauf der Sprecher: „Vlada ist mit ihrer ganzen Familie vor dem Krieg geflohen. Heute wollen Sie am Marsch der Lebenden teilnehmen, um der Opfer des Holocaust zu gedenken. Aus Sicht der Shalom-Flüchtlingshilfe erwachsen aus der Geschichte Verpflichtungen“ So geht es noch Minuten weiter und erst am Ende sagt der 96-jährige Holocaustüberlebende in einem kurzen Satz: Auschwitz ist mit nichts zu vergleichen.

Damit nicht genug. Die Entmenschlichung von Russen ist mittlerweile auf allen Kanälen zu beobachten. Im ZDF meinte am 14.4.2022 beispielshalber eine Florence Gaub bei Markus Lanz: „Wir dürfen nicht vergessen, dass, auch wenn Russen europäisch aussehen, dass es keine Europäer sind, … sie einen anderen Bezug zur Gewalt haben, einen anderen Bezug zum Tod haben.“ Dass „Russen keine Menschen sind“ durfte sie im ZDF noch nicht sagen. Man stelle sich nur vor in der ARD oder im ZDF würde jemand vergleichbares über Araber oder Türken sagen.

Russland hat wie die Ukraine massive Demokratiedefizite, Oligarchen bestimmen die Politik und in der Korruptionsstatistik sind beide Länder kaum voneinander entfernt. Russland führt trotz der Vorgeschichte einen nicht zu rechtfertigenden Angriffskrieg, mit Islamisten und Kriegsverbrechen gegen Kiew wie auch die NATO oder die USA so manch einen ungerechtfertigten Angriffskrieg mit unzähligen, unschuldigen getöteten Zivilisten geführt haben. Weder die USA noch Russland haben jemals einen Genozid verbrochen oder einen Vernichtungskrieg geführt wie ihn Nazideutschland geführt hat. Der Bandera-Linken sei deshalb ins Stammbuch geschrieben:

Am 22. Juni 1941 begann der deutsche Überfall auf die Sowjetunion. Die deutsche Wehrmacht führte von 1941 bis 1944 einen rassebiologischen Vernichtungskrieg gegen Juden, Kriegsgefangene und die Zivilbevölkerung, dem Millionen zum Opfer fielen. Der Überfall auf die Sowjetunion wurde von der deutschen Propaganda als europäischer Kreuzzug zur Verteidigung der europäischen Kultur gegen den „jüdischen Bolschewismus“ gefeiert.  Dieser Krieg verlange ein „rücksichtsloses und energisches Durchgreifen gegen bolschewistische Hetzer, Freischärler, Saboteure, Juden und die restlose Beseitigung jedes aktiven und passiven Widerstandes“.  Von insgesamt 5,7 Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen starben drei Millionen nach ihrer Gefangennahme indem sie verhungerten, erfroren, an Seuchen starben oder auf Todesmärschen erschossen wurden.

Vom 8. September 1941 bis zum 27. Januar 1944 wurde die sowjetische Stadt Leningrad von den deutschen Soldaten der Heeresgruppe Nord belagert, das Ziel der Deutschen war die Leningrader Bevölkerung systematisch verhungern zu lassen. Alleine während der 900-tägigen Belagerung kamen von drei Millionen Menschen in Leningrad etwa 1.100.000 „Untermenschen“ ums Leben, die meisten starben an Unterernährung und Unterkühlung. 27 Millionen Sowjetbürger wurden durch den deutschen Überfall ermordet, mehr als die Hälfte davon hinter der Front, ehe es der Roten Armee gelang Auschwitz und die Sowjetunion zu befreien.

In der Westukraine wurden die deutschen Truppen von der überwältigenden Mehrheit enthusiastisch als Befreier begrüßt. Besondere Huldigungen erfuhr das aus ukrainischen OUN-Nationalisten bestehende Bataillon „Nachtigall“, das als „Stepan Bandera Bataillon“ gefeiert und nicht nur mit Blumen, sondern auch mit Kniefällen und Gebeten empfangen wurde. „Erschlagt die Juden und die Kommunisten!“ war auf den Anschlägen in Lemberg und in der Westukraine zu lesen und „Lang lebe Stepan Bandera, lang lebe Adolf Hitler!“

Der Antisemit Stepan Bandera war offiziell im Juni 1934 zum Führer der faschistischen und antisemitischen OUN aufgestiegen. Die OUN verachtete die Demokratie, kämpfte für eine unabhängige, autoritär und totalitär nach dem Führerprinzip regierte Ukraine. Der OUN ging es nicht nur um die Vertreibung der Juden und der Polen für eine homogene Ukraine, sondern um die Vernichtung der Juden in der Ukraine. Bereits Anfang der 1930er Jahre organisierte die OUN einen Boykott gegen Geschäfte von Polen und Juden und ging mit Gewalt gegen diese Geschäfte vor, jüdischen Geschäften wurden die Scheiben eingeworfen und die Wohnhäuser von Juden wurden niedergebrannt. In einem Liedtext der OUN heißt es: „Die Juden werden wir abschlachten, die Polen erdrosseln, aber die Ukraine müssen wir erkämpfen.“

Die größten Gewaltexzesse in der Westukraine ereigneten sich in Lemberg, Ternopil und Zolochiv. Im weiteren Verlauf des Krieges ermordeten die Deutschen mit ihren ukrainischen Gehilfen, Stepan Banderas OUN und UPA alleine in der Region um Lemberg 400.000 Juden und 140.000 russische Gefangene. Die jüdische Gemeinde Galiziens, mehr als 540.000 Menschen, wurde fast vollständig ausgelöscht. Maximal drei Prozent der galizischen Juden haben den Terror überlebt. Ukrainische Hilfspolizisten der Wehrmacht und die Verbände der OUN beteiligten sich am Völkermord und exekutierten noch im Frühjahr 1944 in die Wälder geflüchtete Juden.  Auf eigene Initiative ermordeten Banderas UPA-Einheiten etwa 100.000 Polen und vertrieben weitere Tausende aus der Westukraine. Stepan Bandera war bis zu seinem Tod der unumstrittene Führer der OUN und der UPA.  Die größte Bevölkerungsgruppe von Lemberg, dem heutigen Lwiw hatten in den 1930er Jahren mit 50 Prozent die Polen gestellt, die zweitgrößte mit mehr als 32 Prozent die Juden, nur knapp 16 Prozent waren Ukrainer. „Nach der Befreiung durch die Rote Armee waren noch 0,3 Prozent der Ukrainer Juden. Die anderen waren dem Engagement ihrer Landsleute zum Opfer gefallen, die sich als „westlich“ und „europäisch orientiert“ dem deutschen Vernichtungskrieg gegen Juden und russische „Untermenschen“ angeschlossen hatten“, schrieb Hermann L. Gremliza in Konkret 1/2014.

Auf dem Territorium der heutigen Ukraine lebten ungefähr 2,7 Millionen Juden, 1,6 Millionen wurden von den deutschen Besatzern und den ukrainischen Gehilfen ermordet. Rund 100.000 Juden überlebten im Untergrund in den Wäldern und bei den Partisanen. Für rund 900.000 Juden, vor allem aus der Ostukraine schuf der Widerstand der Roten Armee im Sommer und Herbst 1941 die Möglichkeit zur Flucht ins Innere der Sowjetunion. Für die Ermordung von etwa 1,8 Millionen Juden und etwa 50.000 Roma während der Aktion Reinhardt brauchten die Nationalsozialisten wenig eigenes Personal, denn rund 1.000 ukrainische und litauische Freiwillige wurden im Ausbildungslager Trawniki für den Judenmord in den Vernichtungslagern Belzec, Sobibor und Treblinka vorbereitet, John Demjanjuk war einer von ihnen. Nazi-Deutschland verfolgte und ermordete für ihren Völkermord an den Juden systematisch und mit industriellen Methoden mit seinen willigen Vollstreckern über sechs Millionen Juden.  Während Stepan Bandera in Israel, in Polen und in der Sowjetunion als Kriegsverbrecher gesucht wurde, bot ihm die Bundesrepublik, wie so vielen anderen antisemitischen Kriegsverbrechern nach 1945 Unterschlupf in München und in der Westukraine wird der antisemitische Massenmörder Bandera heute mit Gedenktagen, überdimensionalen Denkmälern, Straßennamen und Feiertagen als Nationalheiliger geehrt.

Die Bandera-Linke verharmlost, verschweigt oder leugnet den hunderttausendfachen antisemitischen Massenmord durch Stepan Banderas OUN, dem von ihm aufgestellten Bataillon Nachtigall und den heutigen Heldenkult um Bandera in der Westukraine. Für die Bandera-Linke, wie für Friedrich Merz von der CDU, für die Rüstungslobbyistin Marie-Agnes Strack-Zimmermann von der FDP und nicht zuletzt für die Oliv-Grünen verteidigt die Ukraine, die 2018 den Geburtstag von Bandera im Parlament von Kiew pompös gefeiert hat,  mit ihrem undemokratischen Oligarchensystem, ihrem antirussischen Sprachengesetz, ihren Parteiverboten für prorussische und kommunistische Parteien, ihren Bandera-Denkmälern, ihrem Bandera-Kult mit all seinen Auswirkungen, ihrem Asow-Regiment fern jeder Realität und also absurderweise die westlichen Werte. Dass die Ukraine in der Bewertung von wahrgenommener Korruption nach dem CPI Index im Jahr 2021 mit 32 Punkten auf Platz 122 von 180 untersuchten Staaten steht interessiert die Pseudolinken genauso wenig wie ihre Gesinnungsgenossen von Annalena Baerbock bis Friedrich Merz. Damit ist eindrucksvoll belegt, es ist endlich zusammengewachsen was zusammengehört.

Für die Bandera-Linke muss der Stellvertreterkrieg zwischen Russland und den USA in der Ukraine mit einem Morgenthau-Plan und der territorialen Zerschlagung Russlands enden, jeder Geländegewinn in der Ostukraine, jedes versenkte russische Kriegsschiff wird wie ein Sieg in einem Fußballspiel gefeiert. Die Bandera-Linke blinkt links und biegt gleichzeitig scharf rechts ab und überholt dabei sogar auf ihrem Weg in den braunen geschichtsrevisionistischen oder holocaustleugnenden Sumpf Alexander Gauland. Im Juni 2018 sorgte bekanntlich Alexander Gauland von der AFD noch für Empörung als er sagte die Zeit des Nationalsozialismus sei ein „Vogelschiss“ in der deutschen Geschichte. Insoweit ist die Bandera-Linke voll kompatibel mit Ernst Nolte und seinem „kausalen Nexus“.

Viele Antiimperialisten werden den Juden Auschwitz nie verzeihen, die Bandera-Linke wird den „russischen Untermenschen“ die deutsche Niederlage in Stalingrad nicht vergeben und so hat der deutsche Erinnerungsabwehrantisemitismus eine neue Stufe erreicht. Erkennbar versucht die Bandera-Linke mit ihren Gesinnungsgenossen von den Grünen den 2. Weltkrieg zumindest im Osten doch noch zu gewinnen und sie hat dabei ARD und ZDF und so gut wie alle Lohnschreiber von der FAZ bis zur Springer-Presse auf ihrer Seite. Die Bandera-Linke (B) kritisiert zurecht die verschiedensten Formen des Antisemitismus. Wenn einer der ihren aus finanziellen Gründen, wie Magnus Klaue, mit einer antisemitischen Zeitung kooperiert, dort rund 100 Artikel veröffentlicht, dann wird kollektiv verschämt weggesehen. Dieser sehr deutsche Korpsgeist kommt der Bandera-Linken bei der aktuellen Verharmlosung oder der Leugnung der antisemitischen Massenmorde durch Bandera nun vermeintlich zugute, denn in der Bandera-Linken sind die Reihen geschlossen.

Zur „Deutschen Ideologie“ bemerkte bereits 1846 der Philosoph und Wirtschaftswissenschaftler Karl Marx: „Die Gedanken der herrschenden Klasse sind in jeder Epoche die herrschenden Gedanken, d.h. die Klasse, welche die herrschende materielle Macht der Gesellschaft ist, ist zugleich ihre herrschende geistige Macht. Die Klasse, die die Mittel zur materiellen Produktion zu ihrer Verfügung hat, disponiert damit zugleich über die Mittel zur geistigen Produktion, so dass ihr damit zugleich im Durchschnitt die Gedanken derer, denen die Mittel zur geistigen Produktion abgehen, unterworfen sind.“

Am 12. Mai 2022 jammerte  in den sozialen Medien ein junger Aktivist der Bandera-Linken (B), dass sein Mitgliedsbeitrag für ein Fitnessstudio während des laufenden Vertrages von 19,95 Euro auf 24,95 Euro erhöht wurde: „Die McFIT-Mafia in Aktion, die mitten im laufenden Vertrag die Kosten erhöht und gleichzeitig rückwirkend den Mitgliedern das mitteilt.“  Große Teile der Bandera-Linken haben neben allen beschriebenen Widerlichkeiten bekanntermaßen keinerlei Ahnung von Ökonomie. Dass die Sanktionen gegen Russland die Energiepreise massiv erhöhen und es zu einer gigantischen Inflation, zu steigenden Preisen auf allen Ebenen, mit Ausnahme der Löhne versteht sich, und letztlich zu erhöhter Arbeitslosigkeit kommen wird, kommt den Pseudo-Ideologiekritikern nicht in den Sinn. Die Mitglieder der Bandera-Linken sind überwiegend noch sehr jung und die Konfrontation mit den Gesetzen des Marktes mit Inflation oder Stagflation können junge Menschen durchaus hart treffen, aber nicht nur deshalb gilt für die Bandera-Linke der Kälbermarsch von Bertolt Brecht:  „Hinter der Trommel her – Trotten die Kälber – Das Fell für die Trommel – Liefern sie selber – Der Schlächter ruft: Die Augen fest geschlossen – Das Kalb marschiert – In ruhig festem Tritt  – Die Kälber, deren Blut im Schlachthaus schon geflossen – Marschieren im Geist in seinen Reihen mit.“

Gleichzeitig veröffentlich bei Mission Impossible

 

Über M. Breitenberger

Spuck den Dreck aus darum: https://thinktankboy.wordpress.com/

Veröffentlicht am 29. Mai 2022 in Antisemitismus und mit , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare.

  1. Die deutschen Medien sind zum Fremdschämen – nicht erst seit dem Krieg in der Ukraine.

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